KITA der Neustädter
Hof- und Stadtkirche

Konzeption

Die Situation in der wir arbeiten

Unsere Kindertagesstätte liegt mitten in der Calenberger Neustadt, einem Wohngebiet in unmittelbarer Nähe zu Hannovers Innenstadt.

Die Bedingungen, in denen Kinder heute aufwachsen, stellen sich in vielfältiger Form dar. Kinder leben in traditionellen Kleinfamilien, in Eineltern- oder Stieffamilien, in Großfamilien und manchmal sind auch die Großeltern für die tägliche Betreuung verantwortlich.

So vielfältig wie die unmittelbaren Lebensumstände der Kinder sind ihre kulturellen und religiösen Wurzeln und die familiären Traditionen.

Wir sehen es als unsere Aufgabe an, diese unterschiedlichen Lebensbedingungen und Bedürfnisse im Rahmen unserer Konzeption und unserer Möglichkeiten zu berücksichtigen und gleichzeitig einen für alle geltenden Orientierungsrahmen zu geben.

Im August 2009 wurde die Ev. Kindertagesstätte Wagenerstraße zum Familienzentrum ernannt. Familienzentrum zu sein bedeutet für uns, Erwachsene und Kinder in den Mittelpunkt unserer Arbeit zu stellen.  “Kein Kind kommt allein in die KiTa, es bringt immer Eltern mit”, dieser Satz spricht für sich. Die enge Zusammenarbeit mit den Eltern ist uns daher sehr wichtig.

Wir möchten allen Altersgruppen ein möglichst breit gefächertes Beratungs- und Bildungsangebot anbieten. Dabei ist es unser Anliegen, Eltern und Kinder an der Planung und bei der Durchführung der Angebote zu beteiligen. Wir wünschen uns einen intensiven Austausch zwischen den Mitarbeitern/innen und den Familien. Auch die Netzwerkarbeit im Stadtteil werden wir ausbauen und für Angebote nutzen.

Ziele unserer Arbeit

Wir wünschen uns für die Kinder, die unsere Einrichtung besuchen, dass sie sich bei uns angenommen, wohl und geborgen fühlen. Dazu gehören eine kindgerechte und ansprechende Gestaltung der Räume und eine freundliche Atmosphäre, in der wir auf die Einzigartigkeit eines jeden Kindes eingehen.

Es ist unser Ziel, die Wünsche und Bedürfnisse der Kinder in unsere tägliche Arbeit einzubinden. Im gemeinsamen freien Spiel und durch gezielte Angebote geben wir den Kindern die Möglichkeit, Fähigkeiten und Fertigkeiten in den unterschiedlichsten Bereichen zu entwickeln und umzusetzen.

Auf der Grundlage des christlichen Glaubens ist es unser Auftrag, die Kinder in ihrer Persönlichkeit zu stärken, ihnen Respekt vor den Mitmenschen und ein friedliches Zusammenleben erfahrbar zu machen.

Methoden und Schwerpunkte unserer pädagogischen Arbeit

Offene Gruppenarbeit

In unserer Einrichtung bedeutet “offene Gruppenarbeit”, dass jedes Kind einer unserer drei Stammgruppen angehört. Dort findet der Mittagskreis statt, Geburtstage werden gemeinsam gefeiert und das Mittagessen eingenommen.

In der übrigen Zeit sind die Türen der Räume offen, die Kinder können sich im ganzen Haus frei bewegen und die Angebote und Möglichkeiten nutzen. Alle Räume haben eine bestimmte Funktion und die Kinder bestimmen selbst, ob sie den Kreativbereich nutzen, den Bauraum, die Leseecke usw. Dies geschieht im Rahmen von Strukturen und Regeln, die für die Kinder klar und verständlich sind.

Es bieten sich dadurch für unsere Kinder viele Erfahrungsmöglichkeiten und viel Platz für unterschiedlichste Aktivitäten und ihre kreative Entwicklung.

Das freie Spiel

Für das freie Spiel steht den Kindern ganz bewusst viel Zeit zur Verfügung. Spielen ist die entscheidende Lernform für Kinder. Es bedeutet Eroberung und Verarbeitung ihrer Umwelt. Dabei ist es wichtig, dass das Kind über den Ort, die Art, die Zeit und die Mitspieler entscheiden kann.

Je nach Interesse und Bedürfnissen suchen sich unsere Kinder ihren Bereich aus. Um eine möglichst lernanregende Umgebung zu schaffen, verändern wir die Angebote, Spiel- und Gestaltungsmöglichkeiten.

Durch unsere festen “Angebotstage” zeigen wir den Kindern, welche vielfältigen Möglichkeiten innerhalb und außerhalb der Kindertagesstätte bestehen.

Die Erzieherinnen und Erzieher begleiten diese Phasen des freien Spiels, um helfen zu können, wenn Hilfe benötigt wird, um bei Konflikten einzugreifen, die die Kinder nicht ohne unsere Hilfe lösen können, aber auch, um die Kinder zu beobachten. Dadurch erlangen wir Kenntnisse über die Kinder: Über ihr Sozialverhalten, ihren Entwicklungsstand, ihre Neigungen, ihre Fähigkeiten und auch ihre Schwächen. Auf diesen Erkenntnissen können wir unsere weitere Arbeit aufbauen.

Angebote und Projekte

An drei Tagen in der Woche (dienstags, mittwochs und donnerstags) treffen sich alle Kinder zu einem großen Kreis im Mehrzweckraum. Nachdem wir uns begrüßt haben und meistens mit einem gemeinsamen Lied oder Spiel gestartet sind, stellen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein Angebot im Kreis vor. Dies kann eine Spielidee sein, ein kreatives Angebot (mit Ton arbeiten, tuschen etc.), ein Bewegungsangebot, ein Angebot im Garten, im Stadtteil, ein Museumsbesuch oder, oder, oder. Je nach Entwicklungsstand und Interesse ordnen sich die Kinder diesen Angeboten zu.

Neben neuen Erfahrungen lernen die Kinder hierbei in den entstehenden Kleingruppen, auch einmal mit den Kindern eine bestimmte Zeit zu verbringen, zu spielen, zu lernen und sich auseinanderzusetzen, die sonst nicht ihre festen Spielpartner sind. Außerdem lernen die Kinder dadurch Verbindlichkeit und Konsequenz, denn für diesen Tag bleiben die Kinder in dem von ihnen gewählten Angebot. So lernen sie, dass ihre Entscheidungen wichtig sind und Folgen haben.

Bei der Auswahl der Angebote beziehen wir immer unsere Beobachtungen der Kinder mit ein und versuchen so, die Interessen der Kinder aufzugreifen und zu vertiefen. Aus einigen Themen entstehen dabei sogar Projekte, die dann über einen längeren Zeitraum vielfältig und umfassend dieses Thema behandeln.

Kunst und Kultur

In unserer Kindertagesstätte wird Kunst und Kultur groß geschrieben. Oft sind die Erzieherinnen und Erzieher und die Kulturpädagogin mit den Kindern unterwegs in Museen und Theatern, zu Skulpturen auf den Straßen und Plätzen der Stadt. Auch Besuche in Künstlerateliers stehen ab und zu auf dem Programm.

Im offenen Kreativbereich und in unserem Atelier stehen den Kindern eine Vielzahl von Materialien zur Verfügung, die sie nutzen, um zu malen, zu zeichnen, zu schneiden, zu kleben, zu konstruieren und zu vielem mehr. Unser Schwerpunkt liegt in der behutsamen Begleitung und Förderung der kreativen Prozesse der Kinder, abseits von vorgefertigten Bastelanleitungen. Das “Eigene” der Kinder soll gestärkt und geschützt werden.

Oft genügt es, die Entwicklung zu beobachten, vielleicht ab und zu einen Impuls zu geben, ein anderes Material, ein anderes Werkzeug vorzuschlagen, um den Kindern die Möglichkeit zu geben, ihre Ausdrucksfähigkeit zu erweitern. Äußerungen wie: “Das ist doch nur Krickelakrack!” Oder: “So geht doch kein Haus!”, “Ein Baum ist doch nicht gelb!”, “So sieht doch kein Hund aus!” – sind verboten!

Auch eine Theater-AG ist entstanden. Aus Wahrnehmungs- und Körperübungen entwickeln sich Spielszenen, die dann irgendwann zu kleinen Theaterstücken führen. Mit viel Witz und Spielfreude sind die Kinder dabei. Jedes Kind wird in seinem Können respektiert und ermutigt, Neues auszuprobieren.

Religionspädagogik

Unsere Arbeit vermittelt – wie jede Erziehung – bestimmte weltanschauliche und religiöse Werte. Als evangelische Kindertagesstätte geschieht unsere Erziehung im christlichen Glauben.

Werte wie Gerechtigkeit, Frieden, der Erhalt der Schöpfung, Vergebung und Vertrauen prägen das Verhalten unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter untereinander und zu den Kindern. Dies schließt auch die Achtung anderer religiöser und weltanschaulicher Bekenntnisse ein.

Um den Kindern die gemeinschaftlichen Werte des christlichen Glaubens näher zu bringen, findet am Montag unsere “Kinderkirche” in der Kindertagesstätte statt. Alle Kinder nehmen daran teil, wenn biblische Geschichten kindgerecht erzählt und oft auch durch Bilder verdeutlicht werden.

Wir versuchen mit den Kindern auf Sinnfragen des Lebens Antworten zu finden. Gemeinsam feiern wir in Familiengottesdiensten oder Andachten unsere christlichen Feste und nehmen aktiv am Leben unserer Kirchengemeinde teil.

Essen und Schlafen

In unserem Haus gibt es für alle Kinder jeweils in ihrer Stammgruppe ein Mittagessen. Diese Mahlzeiten werden täglich frisch nach den neuesten Erkenntnissen der Ernährungswissenschaft von unserer Hauswirtschafterin zubereitet. Dabei legen wir großen Wert auf eine ausgewogene, gesunde, aber auch kindgerechte Ernährung.

Für unsere muslimischen Kinder kochen wir ohne Schweinefleisch. Für Nachfragen der Kinder steht unsere Hauswirtschafterin gern zur Verfügung. Da sie die Essensausgabe ebenfalls betreut, entwickeln sich häufig Gespräche, in denen die Kinder viel über die Speisen lernen.

Die Zwischenmahlzeit, die um 14.00 Uhr angeboten wird, besteht in der Regel aus Obst, Gemüse, Quarkspeise, Joghurt oder Brot, aber es gibt auch mal Salzgebäck oder Kekse. Die Kinder lernen in der Gemeinschaft neue Speisen kennen und mögen.

Wir legen beim gemeinsamen Essen Wert darauf, dass die Kinder bestimmte Tischsitten einhalten und anschließend beim Abräumen und Säubern der Tische helfen.

Unsere jüngeren Ganztagskinder gehen nach dem Mittagessen und dem anschließenden Zähneputzen bis 14.00 Uhr in die Mittagsruhe. Die meisten dieser Kinder schlafen, einige ruhen auch nur, nachdem die betreuende Erzieherin eine kleine Geschichte vorgelesen hat. Während der Mittagsruhe spielen die anderern Kinder möglichst im Außengelände oder beschäftigen sich ruhig in den Gruppenräumen.

Freizeiten

Einmal im Jahr bieten wir für die Kinder für einige Tage eine Freizeit an.

Oft ist es für die Kinder das erste Mal, dass sie außerhalb der Familie übernachten und sie so eine ganz neue Erfahrung machen.

Neben dem Erleben eines anderen Umfeldes ist für die Kinder die Tatsache, nur mit Freunden und Erzieherinnen und Erziehern – weg von zu Hause – einige Tage zu verbringen, ein herausragendes Erlebnis. Sie machen in der Entwicklung ihres Selbstvertrauens und dadurch auch in der Stärkung ihrer Selbständigkeit einen großen und wichtigen Schritt.

Auch wenn es nur wenige Tage sind, kommen die Kinder “größer” nach Hause zurück.

Unser Alltag bedeutet lernen

Durch all die bisher dargestellten Anregungen, Aktivitäten und Methoden erwerben die Kinder Wissen.

- Sie lernen im sprachlichen Bereich. Dies geht vom Grunderwerb unserer deutschen Sprache über Sprachschatzerweiterungen bis hin zum Nachspielen von Balladen und klassischen Gedichten, wobei hier der Ausdruck des eigenen Körpers und der eigenen Stimme ein weiterer Schwerpunkt ist.

- Sie lernen im kreativen Bereich. Neben dem Kennenlernen unterschiedlichster Materialien und Techniken (z.B. Kreide, Wachsmalfarben, Tusche, Ton, Zeichenkohle, Drucktechniken,…) ermöglichen wir den Kindern, ihre Kreativität durch unterschiedlichste Zugänge zu entdecken und auszuleben. Dabei erweitern sie ihre Kompetenzen.

- Sie lernen im Bereich der Motorik. Kinder bewegen sich gern und viel. Durch eine Vielzahl von Bewegungsspielen und Möglichkeiten lernen sie sich und ihren Körper kennen, stoßen an Grenzen und überwinden diese Stück für Stück, um ihre Bewegungsfähigkeit auszubauen und zu erleben, dass Bewegung Spaß macht und gut tut.

- Sie lernen ihre Umwelt genau zu betrachten. Durch eine geschulte Wahrnehmung erweitert sich das Wissen der Kinder von ihnen selbst aus, da sie sich immer neue Bereiche eröffnen, die mit Fragen und Erfahrungen verbunden werden. Beim Beantworten der Fragen zeigen wir den Kindern, welche Möglichkeiten bestehen, Antworten zu finden: Das Lexikon, der Globus, verschiedene Experimente, der Internetzugang, der Ausflug in die Natur und noch vieles mehr.

- Sie lernen im sozialen Bereich. Täglich müssen sie sich mit anderen Kindern und Mitarbeitern auseinandersetzen. In der Gemeinschaft müssen die Kinder lernen, Rücksicht zu nehmen, andere mit ihren Wünschen und Bedürfnissen wahr- und ernst zu nehmen, aber auch die eigenen Wünsche durchzusetzen. Sie lernen, Regeln einzuhalten und sorgsam mit den Dingen im Haus und in ihrer Umwelt umzugehen.

- Sie lernen im musischen Bereich. Durch Lieder und Singspiele in den Kreisen, aber auch durch gezielte Angebote oder musische Gruppen bekommen die Kinder Zugang zu den unterschiedlichen Bereichen der Musik. Sie entwickeln ein Gefühl für Rhythmik, benutzen Instrumente und lernen Lieder oder Klangstücke.

- Sie lernen im persönlichen Bereich. Wir ermutigen die Kinder zum Lernen ohne Zwang, aber mit Zuwendung und der Ermutigung, Wege zu gehen, die sie bisher noch nicht gegangen sind. So entwickeln sich die Kinder Stück für Stück weiter und wachsen. Alles hat seine Zeit. So gibt es Raum und Zeit, selbstbestimmt tätig zu sein, aber auch Situationen, in denen im Interesse des gemeinsamen Miteinanders Regeln klar eingehalten werden müssen. Wir ermutigen die Kinder, mit uns über Vereinbarungen und Regeln zu sprechen, sie zu hinterfragen und beziehen ihre Vorschläge mit ein. Dadurch lernen sie, aktiv an sozialen Prozessen teilzunehmen.

Unser Team

Jede unserer drei Stammgruppen wird von jeweils zwei pädagogischen Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeitern betreut. Zusätzlich ist die Leiterin der Einrichtung und eine Kulturpädagogin für die Kinder da.

Außerdem gehört unsere Hauswirtschafterin und eine Reinigungskraft zum Team im Kindergarten.

Da wir uns auch als Ausbildungsbetrieb verstehen, nehmen wir regelmäßig Praktikantinnen und Praktikanten auf.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter brauchen Zeit zur Planung der täglichen Arbeit und zum Erfahrungsaustausch. Die pädagogische Arbeit muss reflektiert werden und ein Austausch über die Kinder muss sichergestellt sein. Hierfür dienen die täglichen Frühbesprechungen, die wöchentlichen Dienstbesprechungen, Studientage und Fortbildungen. Dadurch können wir gründlich über die geleistete Arbeit nachdenken und auch immer wieder neue Impulse für die vor uns liegende Arbeit erhalten.

Dies ist eine wesentliche Voraussetzung für unsere gute und qualifizierte Arbeit.

Elternarbeit

Eine gute Zusammenarbeit und gegenseitiges Vertrauen und Verständnis zwischen den Eltern und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind eine wichtige Grundlage dafür, dass sich Ihr Kind und auch Sie sich bei uns wohl fühlen.

Durch einen regelmäßigen Austausch sollte es möglich sein, Gemeinsamkeiten, aber auch eventuellen Klärungsbedarf über unsere Arbeit und unsere Erziehungsziele zu erkennen und zu besprechen. Wir stehen ihnen gern zu Verfügung, wenn Sie Fragen zu Ihrem Kind speziell oder zu unserer Arbeit ganz allgemein haben.

Dafür gibt es sowohl die Möglichkeit des kurzen Austausches beim Bringen oder Abholen, als auch das Elterngespräch, welches wir anbieten und das jederzeit nach Terminabsprache stattfinden kann.

Die Elternabende dienen einerseits dem gegenseitigen Kennenlernen und dem Austausch untereinander. Wir verbinden mit ihnen aber auch ein inhaltliches Interesse. Deshalb bieten wir immer wieder auch themenbezogene Elternabende an.

Eine wichtige Institution ist bei uns der Elternbeirat. Bei seinen Tagungen, die alle 8 Wochen gemeinsam mit Vertreterinnen des Kita-Teams stattfinden, ist Zeit für Anregungen, Nachfragen, Klagen oder Lob. Der Elternbeirat setzt sich aus den Elternvertretern zusammen, die Sie jeweils aus ihren Stammgruppen heraus wählen.

Natürlich gehört auch das gemeinsame Feiern dazu – und so freuen wir uns immer, wenn Sie an unseren Festen teilnehmen oder deren Durchführung sogar tatkräftig unterstützen.

Damit Sie immer gut über unsere Aktivitäten informiert sind, lesen Sie bitte die aktuellen Aushänge im Eingangsbereich der Kita.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kindertagesstätte in Zusammenarbeit mit dem Kirchenvorstand der Neustädter Hof- und Stadtkirche; im Mai 2006